«Lebenskompetenzen sind diejenigen Fähigkeiten, die es den Menschen ermöglichen, ihr Leben zu steuern und auszurichten und ihre Fähigkeit zu entwickeln, mit den Veränderungen in ihrer Umwelt zu leben und selbst Veränderungen zu bewirken.» (WHO 1994)»

Die letzten Jahre unter Corona haben gezeigt, dass bei vielen Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit mit Veränderungen der Umwelt umzugehen und dabei sich selbst nicht zu verlieren, eine große Herausforderung darstellt. Mitten in der Pubertät, im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, unterliegen Jugendliche einer sehr großen körperlichen sowie kognitiven Veränderung. Der Weg zum Erwachsenen ist nicht leicht und in einer Welt, in der der Schein oft wichtiger ist als das Sein, ist es besonders schwer herauszufinden, wer man ist und wer man sein möchte. Im normalen gymnasialen Schulalltag liegt das Hauptaugenmerk auf der Vermittlung von Wissen. Als Erweiterung zum regulären Fächerkanon gibt es deshalb am Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Rohr seit diesem Schuljahr für Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse das Fach „Lebenskompetenzen“.

Zufriedenheit und Lebenskompetenz sind das Ziel dieses Faches. Dazu zählen Sinnfindung, Geborgenheit, soziale Beziehungen, selbstbestimmtes Handeln, Selbstakzeptanz, Umweltbewältigung und die persönliche Weiterentwicklung. Die Schüler lernen, ihre Träume und Bedürfnisse wahrzunehmen, daraus Ziele zu formulieren und Wege zu finden, um sie zu verwirklichen. Sie setzen sich aber auch mit dem Scheitern auseinander. Es ist wichtig, früh zu lernen, auch mit Niederlagen richtig umzugehen, sie als Chance zu begreifen, um künftige Herausforderungen besser bewältigen zu können.

Außerdem liegt ein weiterer Schwerpunkt auf dem Erlernen von Alltagskompetenzen wie Kochen (Wildkräuter, Gemüseanbau etc.), Gesundheit (Allergien, Rückenschmerzen, Psyche etc.), Fitness (ThaiChi, Bewegung etc.), Meditation (Yoga, Qi Gong etc.), Konfliktbewältigung, Lernstrategien und Organisation.

Dabei orientiert sich die inhaltliche Abfolge der Themengebiete sowohl am christlichen wie auch am biologischen Jahreskreis und schafft somit eine Verknüpfung zwischen Schülern, Glaube und Natur.

Da „LeKo“ in diesem Jahr Premiere hat, war das erste Projekt die Renovierung des Klassenzimmers. Ein seit Jahren nicht benutzter alter Kunstsaal wurde dem Fach als Schulungsraum zur freien Verfügung gestellt. Nun galt es, das Zimmer wieder nutzbar zu machen. Dabei wurden alte Geräte entfernt, Regale abgeschraubt, Fenster geputzt und Gerümpel entsorgt.

Im nächsten Schritt wurden die Schülerinnen in einem Grundkurs Malerei, der in Kooperation mit einem externen Partner, dem Malereibetrieb Maier-Göltl aus Ottersberg durchgeführt wurde, an die sachgemäße Innenraumgestaltung herangeführt. Sie lernten richtiges Abkleben, Löcher verspachteln, sinnvolles Abdecken von Gegenständen und Boden, Farbe anmischen, Beschneiden von Ecken und Kanten, flächiges Rollen sowie gründliches Aufräumen und richtiges Abziehen der Abklebungen. Mit viel Eifer waren die Mädels dabei und lieferten ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis ab. Wir danken der Firma Maier-Göltl für die äußerst kompetente und engagierte Zusammenarbeit.

In den kommenden Stunden erfolgt dann die farbliche Gestaltung sowie die Einrichtung mit Mobiliar und Dekoration für eine gesunde Wohlfühlatmosphäre.